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Exposé: „Energie-Forum-Limmattal“

Solarmobil mit ASeit 1988 zähle ich mich zum dazumal noch belächelten Clan der Anwender von Erneuerbaren Energien, die mit Solarkollektoren und Solarmodulen warmes Wasser und PV-Strom erzeugten. Heute gehört es zum guten Ton, über die Energiewende zu kommunizieren. Doch Vorsicht: Wenn es uns nicht gelingen sollte, die Erneuerbaren Energien substantiell massiv zu fördern, werden uns die Öl- und Atom-Lobbyisten zu überzeugen versuchen, dass neue Gas-oder Atomkraftwerke halt doch unabdingbar sind.

Ohne Energie – kein Leben

Die Idee eines Energie-Forums, soll dem Wissensstand der Bevölkerung dienen. Sie basiert auf meinen jahrelangen Beobachtungen, beginnend vom seinerzeit belächelten Spinner mit einigen Solarkollektoren auf dem Dach bis hin zum bundesrätlichen Entscheid der vollständigen Abschaltung aller unserer Atomkraftwerke. Dieser Entscheid ist gekoppelt mit der Förderung der sauberen Energien wie Wasserkraft, Sonnen-und Windenergie, der besseren Nutzung von Holz-und Bioenergie sowie einer nachhaltigen Erforschung der Geo-Energie. Leider gibt es einflussreiche Politiker, die noch immer ökologisch sinnvolle Entwicklungen bekämpfen, und dies nur kurz bevor die Netzparität bei Sonnenstrom erreicht ist und die Photovoltaik einen wesentlichen Beitrag zur bezahlbaren Energieversorgung zu leisten im Stande sein wird.

Blick hinter die Kulissen

„Freude herrscht !“ ... so geschehen bei den linken und grünen Parteien, als sich im Sommer 2011 der Bundesrat zum Atomausstieg per 2035/2050 entschloss. Dieser Entscheid war wohl weniger die Folge der tragischen Atomkatastrophe in Japan und einer atomfreien Euphorie als eine politische Entscheidung im Hinblick auf die dazumal anstehenden Wahlen. Bis heute ist vom angesagten Weg, von den politisch hoch gesteckten Zielen, noch wenig sichtbar. Die politischen Pole stehen sich noch immer diametral gegenüber statt zu kooperieren. Es ist ohnehin unverständlich, dass die ehemalige Bauernpartei sich gegen ihre eigenen Mitglieder stellt, wenn diese dank dem KEV (kostendeckende Einspeisevergütung) ihre Scheunendächer etwas lukrativer vermarkten können. Die ablehnende Haltung gegenüber den Erneuerbaren Energien wie sie bei SWISSMEM, bei SVP und Teilen der FDP offenkundig vertreten wird, sowie die häufige Verzögerungstaktik von Seiten der Natur-und Landschaftsschützern hat zur Folge, dass bei Swissgrid noch immer zwanzigtausend Gesuche auf deren Bewilligung warten, - als könnten wir noch Jahrhunderte lang mit dem Verbrennen von Oel, Gas und Kohle unseren Planeten verpesten und mit dem Atom-Müll ein friedliches Dasein pflegen.

In den Parteien wird weiter „gewerweist“ , man ruft das Orakel zu Delphi an in der Hoffnung, mit noch absurderen Forderungen beim Bürger zu punkten. Es geht zu und her wie bei einer Arena-Sendung, wo jeder jeden der Lüge bezichtigt, wo jeder behauptet, dass nur er wisse was zu tun sei, wo keiner dem anderen zuhört und ein Konsens somit noch in weiter Ferne liegt. So auch beim Thema Energiewende. Man spricht und schreibt bewusst im Konjunktiv – „..man sollte, man könnte, man würde, so man täte..“ wobei mit diesem „man“ der andere, der Mitbürger gemeint ist, der doch endlich mit dem Sparen beginnen soll.

Zudem versuchen uns die AKW-Akteure zu überzeugen, dass die so genannten Rest-Risiken statistisch gesehen nur 1:10‘000Jahre eintreffen würden. In Wahrheit aber ist in jüngster Vergangenheit innert 10 Jahren zweimal ein GAU eingetroffen.

Energetische Fantastereien

Statt zu polemisieren muss das Potential der Solarenergie einmal unvoreingenommen diskutiert und neutral betrachtet werden. Die Chancen, die Gratisenergie der Sonne zu nutzen, sind riesig. Die Schweiz verfügt zudem über Standortvorteile wie kein anderes Land Europas: Einen hohen Anteil von Wasserkraft von bereits über 50%, gute Stromnetze, Speicherseen zur Regulierung und eine alpine Sonneneinstrahlung so stark wie in Spaniern. Noch ist das Vertrauen in die neuen Technologien fragil, doch die sauberen Energien werden sich insbesondere bei den jüngeren Generationen durchsetzen. Bekanntlich ist das Erdöl-Fördermaximum mit 70Millionen Fass pro Tag laut Energie-Agentur (IEA) am Maximum angelangt und laut Energy-Watch Group ist auch die Versorgung generell an fossilen und nuklearen Brennstoffen alarmierend. Zudem sei das Fracking (die Gewinnung von Erdgas durch gewaltsames Aufbrechen von öl- und gashaltigen Gesteinsschichten mit zum Teil hochgiftigen Chemikalien) wegen Umweltverträglichkeit und zu hoher Abbaukosten auch für die Zukunft problematisch. Deshalb muss die Allgemeinheit endlich einsehen, dass die Stromproduktion mit Erneuerbaren Energien die einzige Überlebenschance darstellt und statt wieder Milliarden in neue AKWs oder Gas-Kraftwerke zu investieren und weiterhin nicht zu verantwortbaren Atom-Müll zu produzieren, jedem Bürger seine eigene PV-Anlage dank eines kleinen finanziellen Zustupfs ermöglicht werden müsste, ohne von Politik und Medien desavouiert zu werden.

Insbesondere bedenklich ist die Argumentation, „Man müsse lediglich den Strom ganz rigoros und massiv verteuern, um den AKW-Stromausfall zu kompensieren“. Macht man diese Leute darauf aufmerksam, dass dann der ÖV, die E-Mobilität sowie manche Dienstleistungen preislich ins Unbezahlbare steigen würden und Anstelle von Wärmepumpen wieder Ölheizungen modern würden, dann erhält man zu Antwort, dass dann eben auch der Liter Benzin 10 Franken und mehr kosten müsse. Unglaublich, wie solche Szenarien undifferenziert und für den Bürger unverständlich dargestellt werden. Auch wenn die Idee der Hochpreis-Politik für nicht erneuerbare Energien aus klimatischer Sicht und aus Sicht der studierten Wissenschaftler noch verständlich sein mag, so wären bei entsprechend kurzfristig getätigter Preisanpassungen dieser Grössenordnung schwerwiegende marktwirtschaftliche Probleme zu erwarten. Denn wenn nur noch Personen wie Vasellas oder Ospelts sich Benzin leisten können, wenn der Einkaufstourismus ennet der Grenzen noch intensiver floriert, wenn sich die Zahl der kalten Hotelbetten noch beängstigender entwickelt und der Tourist ins benachbarten, viel billigeren Österreich, Frankreich oder Italien abwandert, wo er auf beschneiten Pisten genauso gut Skifahren kann wie in der Schweiz, und wenn auch die stark motorisierte Landwirtschaft unter den zu hohen Betriebskosten kollabiert, dann hätten wir den Selbstmord auf Raten. Das nenne ich unsinnige Politik, denn im Vergleich zum Welt-Energie-Bedarf liegt der CH-Verbrauch gerade mal bei knapp 0,3% - also völlig unbedeutend.

Klimaromantiker für eine 2000 Watt-Gesellschaft

Die Umwelt-Moralisten, wie ich mir die Verfechter einer 2000Watt-Gesellschaft vorstelle, müssen sich die Frage stellen, ob der moderne Mensch als Ganzes, ob das Volk in seiner heutigen Entwicklungsstufe des „immer schneller, immer grösser, immer mehr“ bereit ist, auf über die Hälfte des erarbeiteten Wohlstandes zu verzichten. Das Argument, in den 50-er und 60er- Jahren des letzten Jahrhunderts sei das Leben mit 2000 Watt Dauerleistung möglich gewesen, trifft rechnerisch wohl zu, aber ob die heutigen, bestens ausgebildeten Frauen wieder Mehrweg-Windeln waschen und bügeln wollen, ob sie die Küchenschürze wieder als ihre Arbeitskleidung akzeptieren werden, ob die Ferien auf Balkonien wieder Mehrheitsfähig und ob die Kinder bereit sein werden, auf den IT-Bereich, auf das IPod zu Gunsten der Gartenarbeit zu verzichten, wage ich doch zu bezweifeln. Zudem kann dieser 2000Watt-Unsinn mit den Versprechen einer heilen Welt von anno 1950 nur funktionieren, wenn parallel dazu auch die Zahl der Einwohner um 2/3 reduziert wird (bitte beachten Sie, dass ich von einer Reduktion und nicht vom Dezimieren der Einwohnerzahl spreche!) Auch wird die Frage, wie viele Arbeitsplätze nur schon im Dienstleistungssektor bei einem Szenario 2000Watt verlustig gehen würden, von keiner Seite beleuchtet.

Ein weiteres, von den Klima-Romantikern nie explizit beantwortetes Problem ist die ethnologische Entwicklung, die Einbindung der Altenpflege in das Korsett einer 2000Watt-Gesellschaft, sowie auch die enorme energetische Entwicklung der öffentlichen Dienstleistungen. Niemand will sich dazu äussern, wie dereinst Versorgung und Unterhalt des in wenigen Jahren angeblich um das Zehnfache angewachsenen Energiebedarfs (Heizung/Klima/IT-Bereich) bei den öffentlichen Gebäuden von Gemeinde-Stadt-Kanton und Staat noch gewährleistet werden kann.

Und weil dieses Spar-Szenario bereits weite Teile der Bevölkerung nervt, ist es doch in jeder Beziehung sinnvoller, unseren IQ in neue technische Errungenschaften zu investieren. Neue, technisch effizientere Apparate zu entwickeln, die dereinst weltweit zu energetisch sparsameren Anlagen und einem besserem Klimaschutz führen. Das bringt entschieden mehr, als das Volk mit utopischen Zwängereien zu konfrontieren.

Das sinnwidrige Verhalten medialer Berichterstattung, der Unsinn, der vielfach in Stellungsnahmen gewisser Politiker mit undurchsichtiger Lobby-Abhängigkeit vermittelt wird, verunsichert das Schweizervolk. In der Zeitung melden sich primitive AKW-Sympathisanten sogar mit der Behauptung, dass das Entsorgen von Solarpanelen ebenso problematisch sei wie die Entsorgung von Atom-Müll. Da fragt es sich schon, für wie Blöd man den Bürger hält. Auch sind die diffamierenden Attacken von Umwelt-Fundamentalisten gegen alles Bürgerliche zu verurteilen, denn das viele Geld, das für den Rückbau der AKWs und für die Energiewende nötig sein wird, kommt eh vom arbeitenden Mittelstand!

Das Halbwissen vieler Journalisten ist erschreckend. Noch immer wird medial als Ökologist gepriesen, wer eine Stromsparlampe einschraubt, ohne aber darüber zu informieren, dass diese Lampen im fernen China in sozial unmenschlichen Fabriken mittels Strom aus Atom-oder Braunkohle hergestellt werden, via stinkenden Frachtern über tausende von Kilometern nach Rotterdam und von dort per LKW in die Schweiz gekarrt werden. Ein ökologisch völliger Unsinn! Deshalb sehe ich die 2000Watt-Gesellschafter und deren Propagandisten auch als elitäre, wohlgenährte Konsum-Asketen, die sich mittels Outsourcing einen energetisch minimalen Lebenswandel leisten können. Doch dieses Rezept ist für die breite Bevölkerung ungeeignet und somit nicht in der Lage, innerhalb der nächsten 20-30 Jahre so viele Anwender zu generieren, dass von einer messbaren und weltweiten Energie-Einsparung gesprochen werden kann. Die Menschen vieler Länder sind durch Kriege, gigantische Aufbauprogramme, weltweite Globalisierung, geistige und körperliche Fliessbandarbeit zu Egoisten geworden, die nur nach dem Mammon frönen und nach dem Motto „Catch-as-catch-can“ leben. Und Egoisten verzichten bekanntlich nicht freiwillig auf angenehme energetische Errungenschaften.

Solange der Arbeitgeber die Löhne und Gehälter pünktlich bezahlt, solange im Supermarkt die Regale prall gefüllt sind, solange Strom- Gas- und Wasser in genügender Menge fliessen und am Bankomaten zu jeder Tages-und Nachtzeit Geld abgehoben werden kann, solange ist Konsum und Materialismus angesagt.

Für uns arrivierte Menschen, die wir bereits hunderttausende von Kilometern im Auto absolviert haben und mit Taxis, ÖV und Car-Sharing schon rein aus Gründen eines elitären Wohlstandes auf ein eigenes Auto verzichten können, ist das „zurück zum Velo“ als mondänen Akt mit Suggestion zur 2000Watt-Gesellschaft doch sehr viel einfacher als für Menschen in weniger reichen Ländern, die das Velo als „notwendiges Mittel zum Zweck“ betrachten, jedoch innigst mit dem Statussymbol eines eigenen Autos liebäugeln. Für uns, die wir schon überall gewesen sind kann ein materielles „Bedürfnis“ zurück gestuft werden, wo aber andern Orts dasselbe Gut als „Begierde nach höherem Selbstwertgefühl“ besteht, ist die freiwillige Beschränkung unwahrscheinlich. Und wer in den reichen Ländern nicht „im Schweisse seines Angesichts“ arbeiten will, kann mit Sympathie zur neuen Gesellschaft noch immer ein Velo mit Batterieantrieb sich leisten.

Folgekosten des Atomstroms

Die heutige Energieversorgung in der Schweiz basiert zum Grossteil auf dem Einsatz der fossilen Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas, sowie auf Wasserkraft und Atomstrom.

Da Erdöl – (als nicht erneuerbare Energie) – dereinst knapp und die Förderung entsprechend teuer werden dürfte (Peak-Oil), wird der Preis -(auch im Hinblick auf den wachsenden Bedarf der Schwellenländer)- mit Sicherheit rasant steigen. Der Vergleich der Kosten der nicht Erneuerbaren Energien mit den Kosten der erneuerbaren und sauberen Energien wird laufend zugunsten der Erneuerbaren sein, denn die Primärenergien wie Sonnenlicht, Wind, Wasser und deren Transport sind gratis.

Die auch in der Schweiz vorgesehene Energiewende, mit dem sukzessiven Ersatz von Oel, Gas und Atomstrom mittels Förderung der Erneuerbaren Energien, ist machbar und preislich vertretbar. Die Ansicht gewisser Lobbyisten, PV-Strom sei zu teuer, ist irrig: würde beim Atomstrom die Entsorgung des Atommülls für die nächsten 20- tausend Jahre eingerechnet, oder würden AKWs eine Haftpflicht auferlegt, wie sie jeder Gewerbetreibende an Hand seines Gefahrenpotentials abzuschliessen verpflichtet wird, wäre Atomstrom unbezahlbar. Und wer erinnert sich noch der drei Milliarden, die der Bund seit 1956 in die Atom-Energie (Klein-AKW-Lucens) investiert hat, die aber nie dem Strom angerechnet wurden weil über Steuergelder bezahlt. Von einer Verzinsung dieses Darlehens ist der Atomstrom befreit und demnach bevorzugt.

Unbeantwortet bleibt auch die Frage nach der finanziellen Wartung und Sicherstellung der Kontrolle von Atom-Müll auf so viele Jahre hinaus. Geht es nach dem Verursacherprinzip, sind wir zu Rückstellungen verpflichtet. Nur weiss kein Mensch, wie eine entsprechende Absicherung geäufnet werden müsste. Sind wir tatsächlich so naiv, dass wir noch immer lieber Atommüll produzieren anstatt Sonnen- und Windenergie zu nutzen?

Die Zukunft gehört dem Solardach mit Batterie-Speicher

Schon nur die Tatsache, dass an der Intersolar 2013 in München ein Grossteil der Aussteller sich mit Batterie-Speicher befassen, lässt erkennen, mit welcher Intensität an dieser Zukunfts-Technologie gearbeitet wird. Was im Privatbereich die thermischen Kollektoren mit dem 500lt. oder 800lt. Solarspeicher für die Warmwasser- und Heizungsunterstützung seit vielen Jahren sich bestens bewährt hat, wird nun auch bei PV-Strom möglich – nämlich: in der Nacht und bei bewölkter Witterung den eigenen Solarstrom ab der Batterie zu beziehen.

Energie-Dach nennen wir die Variante, wo PV-Module und Thermie-Kollektoren einander in Form, Grösse und Erscheinungsbild ähnlich sind, sodass sie architektonisch ins moderne Bild passen mit dem Ziel „Eigener Strom vom eigenen Dach“ zu ermöglichen.

Klar ist auch, dass infolge steigenden Bedarfs an fossilen Energieträgern durch die rasante Entwicklung der Schwellenländer sowie der eher sinkenden Fördermengen von Rohöl die Preise für Strom aus Kohle, Öl, Gas exponentiell ansteigen wird. Schneller als uns lieb, wird Oel und somit Energie generell viel teurer und die Investitionen in eigene Solar-Energie, in Solarwasser und Solarstrom, ein ökonomisch wie ökologisch sinnvolles Zukunfts-Szenario bilden. Bei diesem Szenario könnten sogar moderne Elektro-Speicherheizungen wieder aktuell werden. Die noch vielerorts bestehenden alten Nachtspeicher-Heizungen werden, ähnlich moderner Waschmaschinen von Smart-Grids oder Smart-Metering gesteuert werden müssen um die im Netz bestehenden Überkapazitäten anzusprechen und somit als Stromspeicher gelten zu können. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass der Strom in Zeiten von intensivem Sonnenschein oder guten Windeinspeisung weniger kostet. Dann lohnt es sich, den Überschuss im Haus zu speichern resp. die Waschmaschine oder mittels Wärmepumpe den Heizwasser-Speicher zu laden.

Windmühlen sind auch in der Schweiz effektiv.

Windturbinen in der Nordsee profitieren zwar von rund 20% mehr Wind als Windmühlen in unseren Bergen – dafür muss im Transport von der Nordsee zu uns in die Schweiz mit einem Leistungsverlust von annähernd derselben Grössenordnung gerechnet werden, d.h. dass die Stromgewinnung von Offshore Nordsee und Onshore Schweiz ähnliche Werte ergeben. (Off-Shore Nordsee ca. 3000 Jahresstunden, Onshore Gotthard ca. 2300 Jahresstunden).

Montage- und Unterhaltskosten von Offshore-Anlagen bedeutend höher als Windmühlen an Land, denn auch der Unterhalt der Rotoren, die stärkeren Wind-und Wellenkräfte sowie die korrodierende Atmosphäre lassen den Offshore-Strom ständig teurer werden. Zubau der dezentral installierten PV- und Windanlagen an Land benötigen keine neuen, weiträumigen Stromstrassen. Die Schweiz hat ein Verteilnetz, das alle Verbraucher rund um die Uhr ausreichend mit Strom versorgt, somit werden lediglich lokale Verteilnetze in den Regionen angepasst werden müssen.

Kontraprodukitve Einsprachen

Aus meiner Sicht sind die ständigen Einsprachen und Verhinderungstaktiken der Naturschutzfanatiker als völlig kontraproduktiv strikte abzulehnen. Denn Windturbinen auf dem Gotthard und an vielen anderen Gebirgsübergängen, oder eine um einige Meter erhöhte Staumauer auf dem Grimsel Pass sollten doch auch für Schutzverbände ein geringeres Gefahrenpotential darstellen als ein AKW-Gau oder die unkontrollierbaren Anlagen für Atommüll!

Gleichermassen darf die Freigabe von landwirtschaftlich ungenutzten Flächen z.B. von Steilhängen, nicht mehr tabuisiert werden. Statt sich gegenseitig zu bekämpfen, müssten die Umweltfundis, die Natur- und Landschafts- Schützer, der Gewässerschutz, die Vogel-Wild- und Fauna-Schützer, die Tierschützer, die Konsumtrotzkisten und Weltverbesserer, die allesamt öffentlich betteln und steuerbegünstigt sind, eine Politik des einundzwanzigsten Jahrhunderts einnehmen und mit gutem Vorbild jeglichen Atomstrom und jegliche Produktion von Atom-Müll ablehnen und alle Erneuerbaren Energien befürworten.

Offensichtlich sind diese sogenannten Schutzverbände in ihre ablehnende Haltung und in die seit Jahren aufgebauten Debatten derart verbissen, dass sie nicht mehr los lassen und Hand bieten können. Im Gegenteil, mit dem sturen Verhalten des ewigen Neinsagens, der ewigen Einsprachen und Behinderungen erreichen sie lediglich, dass neue Projekte für sauberen Strom nicht weiter verfolgt werden.

Hände weg von tatsächlichen Umweltgefahren

Nur schon ein Blick nach Asse (deutsches Atommüll-Endlager) sollte genügen, um zu verkünden „Hände weg von diesen Umweltverbrechen“. In Asse müssen derzeit für schätzungsweise 3-4 Milliarden Euros alte, d.h. lediglich nur 20- 50 jährige, hochradioaktive Abfälle neu verpackt werden. Und noch niemand weiss, wie die vielen tausend Liter einer hochgiftigen, verseuchten Lauge rund um die Fässer entsorgt werden sollen. „Hände weg von solchen Gefahren für Mensch und Umwelt, von Gefahren, die wir weder heute noch in ferner Zukunft ausschliessen können!“ Denn, mangels Erfahrung, sind auch die Spezialisten und Forscher, die immer wieder auf höhere staatliche Fördergelder angewiesen sind, nicht in der Lage, mit Sicherheit zu belegen, wie sich die enorme Hitze des strahlenden Atom-Mülls bei Endlagertiefen von 800 bis 1000Metern über die Halbwertzeit von zehntausend Jahren auswirken werden.  Wer weiss schon, wie man in 10tausend Jahren –( das sind immerhin 5 Mal die Zeit seit Christi Geburt!)– kommunizieren wird? Oder lesen Sie den Bericht über das AKW Fessenheim, darin man von einer Abbauzeit von 25 Jahren spricht und Kosten budgetiert, die auch Frankreich erdrücken werden.

Bis vor Fukushima hatten wir Schweizer angeblich die „sichersten Atomkraftwerke der Welt“. Wen wir aber die Probleme etwas tiefer betrachten dann haben auch wir mit der Deponie in Kölliken ein Schandmal staatlicher Inkompetenz mit nicht vorgesehenen Entsorgungskosten von weit über einer Milliarde.

Per Volksentscheid haben wir nun den Atomausstieg beschlossen. Zur selben Zeit hat dies auch Deutschland getan. Die Italiener haben mit 92% den Wiedereinstieg abgelehnt, in Japan sind zurzeit 50 von 52 AKW stillgelegt. Bis 2040 soll auch dort endgültig Schluss sein mit der Atomkraft. In Litauen stimmten die Bürgen vor kurzem gegen den Bau eines neuen AKW. Von den heute weltweit 440 in Betrieb stehenden AKWs werden nach deren Abschaltung in 30-50 Jahren wohl keines mehr ersetzt werden. Der in Frankreich geplante, neue Druckwasserreaktor hätte seit Monaten ans Netz gehen sollen, aber es wird noch viele weitere Jahre dauern, weil die Technik unsicher ist und statt der geplanten drei Milliarden wird er weit über sechs Milliarden Euro kosten und sein Strom wird 5- 10 mal teurer sein als Solarstrom! Gleiches Dilemma beim finnischen Reaktor Olkiluoto, der schon im Jahr 2009 hätte fertig sein sollen aber nicht vor 2015 den Betrieb aufnehmen wird. Sie sehen, der Mythos von der Renaissance der Atomenergie ist endgültig tot. Und wie wir dereinst mit dem Atom-Müll fertig werden sollen, steht noch immer in den Sternen – weltweit!

Auslandbezüge machen erpressbar 

Ein weiterer Grund, der für die einheimischen Erneuerbaren Energien spricht und in unser zukünftiges Handeln miteinbezogen werden muss, ist der wirtschaftliche Aspekt. Wenn Investitionen in Erneuerbare Energien im Lande bleiben und Arbeitsplätze schaffen, ist das volkswirtschaftlich relevant und für unsere Zukunft weit besser als Milliarden in politisch unsichere Länder zu transferieren, in Länder übrigens, die uns erpressen können oder die das Geld womöglich in die Entwicklung von Waffen oder in die kriegerische Unterdrückung ihrer eigenen Bevölkerung investieren. Jährlich kaufen wir für mehr als 10 Milliarden Franken Energie im Ausland ein (Öl, Gas, Kohle, Uran etc.). Dieses Geld fliesst nach Libyen Nigeria, Algerien, Saudi-Arabien, Iran, Russland, Kasachstan, Norwegen und oft wieder zurück auf Schweizer Banken. Mit diesem Geld unterstützen wir oft auch Despoten! HERRGOTT, wie viel sauberen Strom liesse sich mit solchen Beträgen produzieren!

Wie 40 Prozent Atomstrom einsparen?

Beim beschlossenen AKW-Ausstieg werden rund 40% unseres heute produzierten Stroms ausfallen. Es gibt politische Ansichten, wonach neue AKWs oder Gas-Kombikraftwerke diese Lücke zu füllen hätten. Dass bei Gaskraftwerken das mit grossen Anstrengungen ausgehandelte Ziel der CO2-Mässigung dahin fällt und sich die Schweiz von DOHA und dem Klimaziel verabschiedet, scheint für diese Kreise nicht relevant. Andere politische Glaubensbekenntnisse plädieren für den uneingeschränkten Einkauf von Energie im Ausland und nehmen in Kauf, dass wir jederzeit erpressbar sind und dass im Einkaufskorb auch Atomstrom aus der Ukraine oder Kohlestrom aus eklatanten Umweltschleudern enthalten ist. Man möge bedenke, dass zurzeit weltweit an die zweitausend neue Kohlekraftwerke in Planung oder Bau sind, doch das scheint für die Gas-und Atomlobby irrelevant zu sein, sie schweigt und lässt das Volk im Ungewissen.

Ebenso gefährlich, weil hypothetisch, ist die rot-grüne Botschaft, wonach 40% Atomstrom problemlos eingespart werden könnten. Rezept: Einfach verbieten und mit neuen totalitären Gesetzen jeder Person noch 2000Watt an Energie zugestehen – Nordkorea macht es uns vor!

Dabei muss es uns allen doch klar sein, dass der anhaltende Zuwachs an Mobilität (Auto, ÖV, Fliegerei) an die explosionsartige Ausdehnung des IT-Bereiches, an Luxus, Annehmlichkeiten, sowie Roboter und Altenpflege eindeutig in Richtung Mehrkonsum weisen. Aber auch die weiterhin anhaltende Bevölkerungszunahme von jährlich 80-100‘000 Menschen wird den heutigen Energiekonsum, auch bei bestmöglichen technischen Sparpotenzialen, wenn nicht steigern, so doch auf hohem Niveau konstant belassen. Alles andere ist billige, politisch motivierte Augenwischerei! Schon aus rein demografischen Gründen ist die flächendeckende 2000Watt-Gesellschaft nicht möglich. Wir haben immer mehr pflegebedürftige Mitmenschen, - seit 1920 ist das Durchschnittsalter um sagenhafte und/oder bedenkliche 18 Jahre gestiegen (1930 war das Durchschnittsalter bei 55 Jahre, 2010 = 83 Jahre)- und diese Pflege, die grundsätzlich unproduktiv ist, ist mit besonders grossem Energiebedarf verbunden.

Zurzeit verbraucht der Schweizer im Durchschnitt 8500 Watt Dauerleistung. Noch nie konnte mir ein Exponent der 2000-Watt-Gesellschaft plausibel erklären, um welche 2000Watt es sich handelt, damit der Ausfall der heute mit 40 Prozent Bandenergie anfallenden Atomstroms substituiert werden kann. Bereits mein Staubsauger verlangt 2000Watt Leistung. Und wer will schon auf Staubsauger, Tiefkühler, Waschmaschine, Haushaltgeräte (Kaffeemaschine, Mixer, Mikrowellen etc.) und den unendlichen IT-Bereich verzichten?

Handelt es sich bei den uns dereinst zugestandenen 2000Watt um die Energie, die ich als Person oder als Familie je Stunde oder je Tag in der Wohnung verbrauchen darf? Oder ist die Energie, die ich an auswärtige Hersteller delegiere, z.B. für die Herstellung der gekauften Tiefkühl-Pizza, zu addieren? Gehen all die Energien, die ich bei der Einfahrt in die Tiefgarage mit Licht und dem Anlaufen grosser Ventilatoren auslöse, sowie das Licht im Treppenhaus und die Energie für den Lift und die Aussenbeleuchtung ebenfalls auf mein Konto? Wie gedenkt man 40Prozent Strom in Büros und Verwaltung einsparen zu wollen? Wenn COOP und Migros ihre Kühltruhen auf 2000Watt reduzieren, wenn der Flughafen Kloten auf 2000Watt je Passagier beschränkt werden soll, wenn die Skipisten grün bleiben weil 2000Watt für das Beschneien nicht reichen, wenn IT-Browser bei 2000Watt abstellen, dann werden sich unsere hochdotierten Parlamentarier wieder um Suppenküchen für Arbeitslose beschäftigen müssen.

Der Energieverbrauch der Schweiz ist fürs Weltklima völlig unbedeutend

Verglichen mit dem Weltenergieverbrauch ist der Anteil der Schweiz ca.0,3% - also absolut unbedeutend und in keiner Weise klimarelevant. Eisblumen-Romantik nützt niemandem. Anstatt uns durch rigides Sparen in die mentale Unfähigkeit zu versetzen und weltweit in Vergessenheit zu geraten, wären wir doch besser beraten, unsere international anerkannte technische Begabung, unsere universitären Möglichkeiten zu fördern und Methoden und energetische Neuerungen zu entwickeln, die weltweit den Energieverbrauch verringern und dem Klima in ganz anderen Dimensionen nutzbringend sein können. Die anerkannten Leistungen im Cern, wo das „Gottesteilchen“ erforscht wird, oder das Forschungsbudget von über einer Milliarde für das Projekt „Human-Brain-Project“ der Uni Neuchâtel sind absolut gigantische Projekte, bei welchen aber 2000Watt kaum ausreichen werden. Hier ist die Schweiz mit ihrem hervorragenden technischen Wissen gefordert, nicht in der Retrospektive für ein Leben mit gebücktem Rücken und Schwielen an den Händen.

Vieles nur Augenwischerei 

Die Fragen liessen sich unendlich erweitern, denn unser Alltag besteht ja hauptsächlich aus dem Konsum von Energie. Zudem werden in energetischen Abhandlungen oft Energie und Leistung vermischt und die graue Energie der importierten Produkte nicht eingerechnet. Das heisst, je mehr industrielle Leistung (z.B. Stahlhütten und Giessereien mit enormem Energiebedarf) ins Ausland verschoben wird, desto besser steht die Schweiz im internationalen Durchschnitt da. Nur ändert es für das Klima wenig, ob diese Stahlhütten in der Schweiz betrieben werden oder irgendwo in Asien.

Auch weiss man nicht genau, ob bei den bewilligten 2000W/h, die wir dereinst noch verbrauchen dürfen, auch der öffentliche Verkehr, das Heizen, das Autofahren, die Flugreisen und der allgemeine Konsum mit eingerechnet werden müssen. Das alles spielt offenbar für die Initianten keine Rolle.

So lange weltweit keine klimatische oder ökologische Katastrophe droht und wir weiterhin in eine wirtschaftlich geordneten Zeiten leben, werden es ohnehin nur ganz wenige 2000Watt-Genossenschafter sein, die freiwillig auf 3/4 des heutigen Energiekonsums verzichten.

Energiesparen allein genügt nicht 

Obwohl mit neuen Geräten der A-Klasse und mit einer forcierten Gebäudesanierung grosse Mengen an Energie eingespart werden kann, sind diese Sparübungen alleine der falsche Weg sie als Massnahme des allgemeinen Verzichtens zu deklarieren und hierfür entsprechende Gesetze zu fordern. Einerseits will der Bürger keine neuen Gesetze, die seine Freiheiten einengen. Andererseits wird durch die Mitsprache und durch die stets aggressiveren Einsprache Möglichkeiten der Umweltverbände die private Bereitschaft zur Planung neuer Anlagen behindert. Wer will schon tausende von Franken in die Windmessung investieren wenn er genau weiss, dass eine ProNatura, der Landschaft-Schutz oder der VCS sein Projekt mit Einsprache und Beschwerde verunmöglichen wird?

Stets nur darauf hinzuweisen, dass neue Geräte weniger Energie bedürfen und mit diesem Argument neue gesetzliche Massnahmen zu verlangen, wird als Zwängerei betrachtet. Genauso ist es ein politisches Mittel, um uns zu bevormunden und des Rechts der Handlungs-, Bewegungs- und Gewerbefreiheit zu berauben.

Zitat: Man muss Alkoholmissbrauch nicht mit Verboten bekämpfen wollen sondern mit intelligenten Alternativen, wie dem alkoholfreien Bier, wo jeder konsumieren darf, ohne Schaden anzurichten.

Dank dem „Verbandsbeschwerderecht“ haben wir verzerrte Zustände. Wir haben viel zu viele einschneidende Gesetze und Verordnungen die es einer Bauverwaltung ermöglichen, eigene, selbstherrliche Inspektoren und Götter der Gesetzte zu ernennen, die nach ihrem Gusto bestimmen, was schön oder was nicht schön ist. Wir haben aber auch viel zu lange zugeschaut und zugelassen, dass fundamentale Umweltaktivisten ungestraft gegen die motorisierte Mobilität per se demonstrieren, um dann aber an jeden noch so sinnlosen Energiekongress zu fliegen und sich dort in angenehm klimatisierten Räumen aufs Köstlichste verwöhnen zu lassen. Diese amtliche Bevormundung ist mit ein Grund, weshalb die Schweiz im Pro-Kopf-Vergleich bei der Produktion von Erneuerbaren Energien weit abgeschlagen europaweit auf dem letzten Platz figuriert. ( CH- produziert pro Kopf jährlich 30kWh, Italien 230kWh, Deutschland 800kWh (siehe Grafik SES)

Was nützt es dem Klima, wenn neuere Autos nur halb so viel Benzin verbrennen als ältere Modelle, dafür aber doppelt oder dreimal so viele Autos umherfahren? Dasselbe gilt auch für den IT-Bereich, wo die Summe der täglich neu eingesetzten und installierten Geräte die vom einzelnen Gerät eingesparte Energie bei weitem übertrifft. Die Millionenumsätze von Mediamarkt, Fust, Migros, Interdiscount und all den übrigen Elektronikfirmen weisen doch auf einen ständig wachsenden Zusatzbedarf hin. Und wenn in Kloten jubiliert wird, weil in einem Jahr über 25 Millionen Passagiere abgefertigt worden sind und der Flugplatz auf 380‘000 jährliche Flugbewegungen ausgebaut werden müsse, fehlt mir die Zuversicht für eine realisierbare 2000Watt-Gesellschaft.

Klare Ziele definieren

Statt uns mit Wunschdenken, mit „Wenn und Aber“ für das Jahr 2050 abzulenken, sollten wir unser Denken und Handeln auf das Hier-und-Jetzt fokussieren und das klare Ziel einer geregelten Energiewende mit erneuerbaren, sauberen und einheimischen Energien definieren.

Kein vernünftiger Mensch ist gegen das Energiesparen mittels technischer Innovation. Aber es ist nur eine, wenn auch wichtige Massnahme. Mindestens so opportun und für den Fortbestand unsers Lebens unabdingbar ist die parallel zur Abschaltung der AKWs verlaufende, erhöhte Stromproduktion mit erneuerbaren Energien. Mit andern Worten: Stromeffiziente, sparsame Anlagen gekoppelt mit Suffizienz (Genügsamkeit des Einzelnen) im Umgang mit Energie, sowie Ausbau hin zu einer Eigenversorgung schliessen sich gegenseitig nicht aus.

Und wer stets auf das Problem der nicht konstanten Stromeinspeisung von Wind- und Sonnenenergie hinweist, liegt falsch. Im Gegensatz zu den umliegenden Ländern haben wir Speicherkraftwerke, deren Turbinen äusserst rasch auf Schwankungen reagieren und eine einzigartig konstante Stromversorgung garantieren auch wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind ausbleibt. Somit darf die Selbstversorgung mit sauberem Strom oberste Priorität haben.

Zudem gibt es in den Tessiner-, Bündner –und Walliser Bergtäler gut besonnte Südhänge die vielfach landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden, man sagt dem auch verganden, die aber im Total der direkten Sonnenbestrahlung incl. diffusem Licht ebenso viel PV-Strom liefern können, wie die so oft genannten Flächen in Spanien. Nebst den Bauzonen und den Landwirtschaftszonen müssen wir für die Bergkantone Kommunale Energiezonen bereitstellen. An solchen perfekt besonnten Hängen sind ähnliche Montage-Systeme aufzubauen wie wir sie für Lawinenverbauungen kennen, also erprobte Systeme und Anlagen, -und zusätzlich würden wir auch noch Arbeitsplätze schaffen.

Durch Ausbau der Wasserkraft (Erneuerung der Turbinen und Erhöhung der Staumauern) sowie mit Windfarmen in wenig besiedelten Gebieten z.B. im Gotthardmassiv, wo winters ohnehin kein Mensch lebt und im Sommer die Autoschlangen allemal dem Klima abträglicher sind als Windturbinen, die Tag- und Nacht und bei jedem Wetter sauberen Strom ohne Altlasten produzieren, sowie mit Sonnen,- Holz- Bio – und Geoenergie lässt sich die Energiewende in eigener Regie und ohne fremde Hilfe bewältigen. Denn nicht Windanlagen beeinträchtigt die Natur in den Bergregionen, sondern der Kommerz, der mit Sommer- und Winteraktivitäten für Flora und Fauna, aber auch für die Lebensgrundlagen der Wildtiere wohl problematischer ist als die Bereitstellung von sauberem Strom. Ohnehin spielt das mediale Orchester in Sachen Windenergie lauter Dissonanzen wenn von Verschandelung, von getöteten Vögeln und entgangenen Lebensqualitäten die Rede ist. Eine weitere Seite der Unvernunft ist doch die, dass tausende von Touristen und Wanderer diese Gebilde vor Ort in Augenschein nehmen, sich darüber freuen und sie als Wahrzeichen einer neuen Welt wahrnehmen. Insbesondere die jungen Menschen, für welche wir bekanntlich die Energiewende anstreben, akzeptieren die sauberen Energien mit Respekt.

Ob wir Wind und Sonne nützen oder nicht, sie stehen uns gratis zur Verfügung! Und es ändert am Total der Sonneneinstrahlung nichts, ob sie auf den riesigen Industriedächern oder den landwirtschaftlichen Scheunendächern Welleternit, Kies oder Sand aufheizt oder mittels der Photosynthese sauberen PV-Strom erzeugt.

Think positive

Die Schweiz hat genügend Potential, um sich weitestgehend mit sauberem Strom versorgen zu können. Die ausreichende Bereitstellung von einheimischer Energie ist somit wichtiger und unserem Lebensstandard förderlicher als den fehlenden AKW-Strom einzig und alleine über untaugliche Visionen kompensieren zu wollen. Als Beispiel unseres weltweit völlig unbedeutenden Effekts des Energiesparens sei erwähnt, dass nur schon die Netzwerke von Google, Facebook etc. weltweit mehr Energie benötigen als der gesamte schweizerische Stromkonsum zusammen. So klein und so unbedeutend sind wir! Demnach müssen wir uns fragen, ob es Sinn macht, Geist und Zeit aufzuwenden nur um den Weg in die energetische Vergangenheit der 60-er Jahre zu finden? Wollen wir aus der Informations- und Wissens-Gesellschaft wieder zurück in die Jäger- und Sammler-Gesellschaft? Oder ist es nicht weltoffener und dem Klima förderlicher, den Brain und das enorme technische Wissen in diesem kleinen Land für die Entwicklung neuer, effizienterer Energieformen einzusetzen, womit einer Vielzahl von Ländern die Grundlagen zu ermöglichen, selbst mit Energie sparsamer und Ressourcenschonender umzugehen.

Bei der Entwicklung, die wir schweizweit vorantreiben müssen um der Welt weiterhin ein Vorbild zu sein, denke ich an

  • Effizienzsteigerung bei PV-Modulen und bei der Solarthermie.

  • Kostengünstige Rezyklierbarkeit mit Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe

  • Anlagen für die bessere Nutzung von PV-Strom vom eigenen Dach (Licht,Heizung,Batterien)

  • Entwicklung besserer Wechselrichter, - Speichermöglichkeit für Ökostrom,

  • Power-to-Gas-Speicher für die Stabilisierung kleinerer Netzverbunde

  • Weiterentwicklung von Druckluft-Speicheranlagen, Hochspannungs-Gleichstromtechnik,

  • Konzepte für Wind, - Kleinwind, - Flugwindanlagen,

  • Neue Konzepte für Turbinen, Kleinwasseranlagen, Geo-Thermie, Entwicklung von BHKWs

  • Anlagen für die Recyclierbarkeit von Klärschlamm mit Wärme-und Rohstoffrückgewinnung

  • Electrolyseanlagen zur Herstellung synthetischer Energien,

  • Entwicklung von Farbstoffen die Strom erzeugen (Fassaden, Dächer, Karosserien)

  • Entwicklung Smart-Grids und Smart-Metering für ein Stromsparen das nicht weh tut.

  • International einsetzbare Carports mit multifunktionaler Verwendung (Wartehäuschen, Infocenters, Haltestellenhäuschen, Velohäuschen etc.)

  • Energie aus Wasserdampf, Nanoelektronik für medizinische Sensoren bei Körperimplantate

Mangels Kompromissbereitschaft verhindern die Schutzverbände zügige Entwicklungen indem sie den wirtschaftlichen Einsatz aus purem Neid verunmöglichen.

Es geht auch anders

Wenn hierzulande, im Gebiet Limmattal/Reuss d.h. auf dem Heitersberg eine Windturbine geplant wird, sind unverzüglich lautstarke Umweltschützer zur Stelle, die eine derartige Einrichtung als landschaftliche Todsünde bezeichnen. Sie vergessen dabei, dass auch ihre Computer, Handys und Druckmaschinen dereinst mit Atomstrom aus dem Ausland laufen werden, sofern wir nicht in der Lage sind, heimischen und sauberen Strom aus Wasser, -Wind –Sonne -Holz-und Bioenergie in genügendem Quantum ins Netz zu speisen. Andernorts, nur etwa 150 Kilometer vom Limmattal und den hier ansässigen Umweltfanatikern entfernt, im luzernischen Entlebuch, ist die Situation eine völlig andere. Im Biosphärengebiet des Napfs wurden in wenigen Jahren auf der Krete beim Dorf Rengg – weitherum gut sichtbar -, zwei grosse Windturbinen montiert, die Hunderte von Familien mit sauberem Strom versorgen. Schulklassen und Touristen besuchen die zwei majestätisch wirkenden, stolzen Windräder und alle schiessen ein Erinnerungsfoto um den Daheimgebliebenen zu zeigen, dass auch in der Schweiz intelligente Technik möglich ist, solange nicht Umweltschutz und Neider mit einer Einsprache vielversprechende, für die Zukunft wichtige Projekte bodigen.

Mit der lokalen Energiewende, wie sie das Toggenburg und das Biosphärengebiet im Entlebuch mit der Förderung von Solaranlagen, von Kleinwasserwerken, von Windturbinen und Holzheizungen zum Ziele hat, wird der Energieversorgung nach dem Motto „Aus der Region – für die Region“ Rechnung getragen. Und da Eigenverantwortung im kleinen ländlichen Rahmen mehr zählt als der Endpreis, hat auch der ehrliche Systemanbieter kaum den Mut, seine heimische Kundschaft zu hintergehen, was zumeist dem positiven Preisgefüge und zum Nutzen der Bevölkerung führt. Zugegeben, für ganz grosse Strombezüger wird die neue Situation nicht leicht zu bewältigen sein, aber auch die Grossbezüger müssen Hand bieten, dass wir nicht weiterhin Atommüll produzieren und damit den kommenden Generationen nicht zu bewältigende Probleme überlassen.

AKW-Sympathisanten in der Defensive 

Den AKW-Sympathisanten und Lobbyisten muss klar zu verstehen geben werden, dass deren Politik, deren energetische Zukunftsvision nicht mehr Mehrheitsfähig sein wird. Das zeigt sich eindeutig bei den jungen Leuten, insbesondere bei gebildeten jungen Menschen, die als solche auch die angehenden Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft sind, die mehrheitlich positiv auf Erneuerbare Energien reagieren, sich aber ganz eindeutig gegen nuklearen Müll aussprechen. Interessant ist doch die Tatsache, wie Öko-Produkte an Bedeutung gewinnen, wie immer mehr junge Leute auf das Auto verzichten weil es ihnen zu blöd ist, wertvolle Zeit im Stau zu verbringen, dass immer mehr junge Familien das Jobsharing bevorzugen und in vielen Bereichen die Enthaltsamkeit wieder eine Diskussionsgrundlage darstellt. Enthaltsamkeit insbesondere auch hinsichtlich des dekadenten Glamour-und Busenzeitalters. Dies lässt hoffen! Demnach sollten nicht nur sture Umweltfundamentalisten entscheiden können, was in unsere Landschaft passt oder eben nicht passt, sondern auch kommenden Generationen müsste ein Mitspracherecht zugestanden werden. Wir alle haben uns an Starkstrom-Leitungen, an Handymasten, Autobahnen, Schallschluckwände, Fluglärm und an eine kritische Grösse der Überbevölkerung gewöhnt. Genauso müssen heutzutage auch die Erhöhung von Stauseemauern, der Bau neuenr Windparks in abgelegenen Gebieten und Solaranlagen auf ungenutzten Freiflächen akzeptiert werden.

Die wirtschaftsfeindliche Politik einiger Umweltverbände zeigt sich auch daran, dass sie die Produktion sauberer Energie bekämpfen und nützliche Projekte mit Einsprachen verhindern, hingegen hässliche Parabolantennen an Hausfassaden und weiss glänzende Siloballen in freier Natur tolerieren.

Aus der Region – für die Region

Neue Heizanlagen haben bezüglich Effizienz und Umweltverhalten ein hohes Niveau erreicht. In Kombination mit Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und zur Heizungsunterstützung kann diese Effizienz noch zusätzlich verbessert werden. Die Haustechnik wird sich vermehrt auch mit der eigenen Stromproduktion befassen müssen sowie mit der Möglichkeit, den eigenen Strom auch zu speichern (Batteriesysteme) Das Ziel unserer Energieversorgung muss deshalb heissen: Aus der Region - für die Region. Denn die Dynamik beim Ausbau der heimischen Energien ist beachtlich. Sie wird massgeblich getragen von den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort, die genau wissen, was für sie machbar und nützlich ist und sich von Zentralisten nicht bevormunden lassen. Das Volk muss an Energieanlagen partizipieren und an ihnen Freude haben können. Nur so steigt die Akzeptanz und der Neid ist weg! (Genossenschaften bilden!) Schon Jeremias Gotthelf brachte es auf den Punkt:

„..Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland..“ 

Regional erzeugter Solarstrom lässt sich zudem besser vermarkten, weil die Käufer auf regionale Produkte ganz einfach positiver reagieren, auch wenn das Produkt leicht teurer ist. Zudem werden die alten und veralteten Überland-Leitungen weniger belastet, und die finanziellen Investitionen bleiben in der Region. Einzig die milliardenschweren Strombarone Alpiq, Axpo, BKW werden halt in Zukunft etwas kleinere Brötchen backen, was verständlicherweise weh tut, aber keine Katastrophe darstellt.

Elektrizität in grossen Mengen im Ausland beschaffen. 

Irgendwo Strom einzukaufen wird immer möglich sein, nur werden wir nicht mitentscheiden können, ob es sich um Kohle, Gas, Wind oder halt doch wieder um Atomstrom handelt. Die Abhängigkeit und Erpressbarkeit wäre gefährlich, die Preise hätten wir diskussionslos zu akzeptieren. Strom von der Nordsee klingt gut, auf dem Meer weht vermeintlich mehr Wind als bei uns auf den Bergen (vermeintlich). Doch wie kommt die Energie zu uns? Bekanntlich fehlen alleine in Deutschland über 4000 Kilometer Hochspannungsleitungen, die den Strom vom wenig besiedelten Norden in den dichtbesiedelten Süden – also auch zu uns in die Schweiz – führen würden. Und erfahrungsgemäss wird jede neue Hochspannungsleitung über Jahre mit Einsprachen blockiert, weshalb wir mit Verzögerungen zu rechnen hätten.  Gleiches gilt für das medial umworbene Projekt Desertec. In diesem riesigen Solarpark in der Wüste Afrikas herrschen klimatische Verhältnisse (Sandstürme), die für das Funktionieren von PV-Modulen überhaupt noch nicht erforscht sind. Für die Realisierung dieser und vieler weiterer grössenwahnsinniger Visionen werden vermutlich noch Generationen nötig sein, denn offensichtlich fehlen zurzeit die nötigen Finanzen. Desertec kann für die Entwicklung von Afrika sinnvoll sein. Aber solange bei uns in Europa und insbesondere bei uns in der Schweiz noch tausende von Industrie-Gewerbe-Landwirtschafts- und Privatdächern unbenutzt herumstehen, brauchen wir keinen Strom aus der Sahara über 3000Km. mit schätzungsweise an die 20-30% Leistungsverlust zu importieren. Dasselbe gilt für Windstrom aus der Nordsee, wo doch auf unseren Bergen ebenfalls ein leistungsfähiger Wind bläst. Somit erachte ich es als absurd, irgendwo im Ausland, in zum Teil politisch, kulturell und ethisch noch unsicheren Ländern zu investieren und sich möglicherweise noch erpressbar machen. Hinzu kommt die berechtigte Annahme, dass bei Stromproduktion in der Wüste Afrikas der Eigenbedarf zuerst abgeschöpft würde. Bis nur jeder Nomade ein Licht hat in seinem Zelt und für die Kamele eine elektrische Melkmaschine, wären immense Strommengen nötig. Vom gleichen Grössenwahn getrieben sind die obersten Funktionäre der Elektrokonzerne, wenn sie Gas aus dem Kaspischen Meer über 5000 Kilometer lange Pipelines durch Aserbeidschan, Kaukasus, Georgien, Türkei, Bulgarien, Albanien, Rumänien, Ungarn nach Österreich und in die Schweiz holen wollen. Nabucco und Trans-Adriatische Pipelines heissen die Projekte. Bis nur jeder dieser korrumpierten Fürsten und Despoten seinen Obolus erhalten hat, wird Gas aus jenen Regionen zum unerschwinglichen Gut und wie bei neuen AKWs nicht mehr konkurrenzfähig. Denn solche riesigen Projekte brauchen Jahrzehnte um abgeschrieben zu werden, und in dieser Zeit werden die politischen Systeme in Afrika und den Ostländern noch mehrmals ändern und uns erpressen.

Nur lokal, d.h. regional erzeugter Strom, liefert eine sichere Versorgung zu akzeptablen Preisen. Glücklicherweise haben wir mit der Wasserkraft bereits grossartige Bauwerke in unseren Gebirgen, die in überschaubaren Zeitabläufen ausgebaut und zu modernisieren sind, die aber auch die so wichtige Netzstabilität sichern.

Merke: Nicht Solarstrom ist teuer, - kein Strom ist teuer! 

Und wer behauptet, Solarkollektoren auf dem Dach würden sich nicht rechnen sei so ehrlich zu überlegen, wie weit sich ein Privatauto oder Ferien in Übersee wirtschaftlich rechnen!

Strom sparen wäre angesagt.  

Zum Thema „Strom sparen“ sagen wir alle „Ja, selbstverständlich, wir alle müssen, zumindest sollten wir“. Leider können wir Normalbürger aber nur die kleinen Sparmöglichkeiten beurteilen und unseren Alltag beeinflussen.

Die zunehmende Verfügbarkeit von Energie hat es uns ermöglicht, immer mehr Arbeiten mit Hilfe von Elektrizität zu erledigen. Vor 40 Jahren standen in einer Küche ein Kühlschrank, ein Herd mit Backofen und ein Tauchsieder. Heute braucht es eine vollautomatische Kaffeemaschine, ein Mikrowellengerät, einen Entsafter, einen Umluft Herd, einen Geschirrspüler und eine Vielzahl weiterer Apparate. Und wo einst nur ein kleiner Schwarzweiss-Fernseher war, stehen heute ein riesiger TV-Bildschirm, ein DVD-spieler, ein Digital-Videorekorder, ein Laptop und ein Tintenstrahldrucker. Auch wenn alle diese Geräte immer sparsamer werden, so übersteigt die Summe der installierten Geräte den Spareffekt bei weitem.

Strom sparen ist wohl eines der wichtigsten Themen im weltumspannenden Projekt der Energiewende. Das Problem liegt in den so genannt reichen Ländern weniger beim „können“ als beim „wollen“. Nicht nur die Effizienz der Geräte ist massgebend, sondern auch die Suffizienz, die Eigenverantwortung des Bürgers resp. des Anwenders, das konkrete Sparen auch zu wollen und umzusetzen. Was nützt dem weltweiten Energiesparen ein noch so gut isoliertes Haus mit einer wunderschön beleuchteten Minergie-Plakette am Eingang, wenn die Bewohner eine Wintertemperatur von 26 Grad anstreben, zweimal im Jahr irgendwohin in die Ferien fliegen und dem Weihnachtseinkauf in New-York huldigen? Ähnliche Missstände erleben wir doch auch mit den staatlich geleiteten Gesundheits-Programme und den professionellen Bio-Mahnrufen nach weniger Zucker und mehr Gemüsekochen. Wir betrachten im Fernsehen wohl die Landfrauenküche und die elitären Kochstudios, naschen dabei kiloweise Snacks, dösen in ungesunden Sofas und hauen dann noch schnell eine Fertigpizza in den Mikrowellen. Trotz entsprechender Warnrufe für gesunde Nahrung und mehr Bewegung werden unsere Ränzlein und Ärschlein kontinuierlich fetter.

Energetisch besser bauen und Altbausanierung. 

Das Thema Renovation ist sehr umfangreich – auch fachlich – und die sich bietenden Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Deshalb sollte für eine grössere Renovation vorgängig immer auch ein Fachmann, ein Berater zugezogen werden, der Vorschläge unterbreiten kann, wie die zur verfügbaren Mittel möglichst effizient eingesetzt werden können. Ich kenne auch Fälle, wo ein beanstandeter Brenner ersetzt wurde, um die bestehenden finanziellen Mittel in ein Solarsystem als Unterstützung sowie in bessere Isolation der Fenster, Türen und Dachstock zu investieren. Bei der Altbausanierung handelt es sich um einen langsamen Prozess, da jährlich nur rund 1-2% des Gebäudevolumens renoviert und saniert wird. Nach meiner Überzeugung wird es unmöglich sein – finanziell wie ästhetisch – alle rund 1,7Mio.Gebäude, die ca. 50% der fossilen Energie verbrauchen, innert nützlicher Frist energetisch zu sanieren. Und diese „nützliche Frist“ müsste eigentlich bis spätestens in 20 Jahren, d.h. bis zur definitiven Abschaltung der AKW’s sein. In der Realität aber wird es unmöglich sein, die urchigen Naturstein-Fassaden der kulturell gewachsenen Dörfer im Tessin mit 20cm. Isolationsplatten zu verunstalten wie auch die braungebrannten Holzfassaden von Chalets in den Bergregionen zu entstellen. Aber auch bei den Grossüberbauungen und den bestehenden Wohnsilos im Unterland wird eine umfassende Sanierung weder technisch noch finanziell möglich sein. Die Mieten in energetisch umfangreich renovierten Altbauten würden markant steigen und mangels Alternativen von den sozial schwächeren Mitmenschen resp. den jetzigen Mietern gar nicht mehr bezahlbar sein, womit ein neues und unschönes Sozialproblem entstehen dürfte. Renovationen bei Altbauten, wo vielleicht nur der Landwert von Bedeutung ist, werden aber oft von deren Besitzern hinausgezögert, auch weil finanzielle Mittel fehlen und/oder Ängste betreffend späterer Veräusserungsmöglichkeiten (Wertvermehrung, demografische Entwicklung) bestehen.

Dass bei Neubauten minimal die SIA-Normen eingehalten werden, steht nicht zur Diskussion. Auch ich lebe in einem neuzeitlichen Wohnblock und weiss die technischen Errungenschaften zu schätzen. Allerdings müssen wir unterscheiden zwischen „energetisch optimalem Bauen“ und dem durch die Bewohner praktizierten „energiebewussten, sparsamen Haushalten“.

Denn vieles wird ohne unsere direkte Einflussnahme automatisch geregelt. Bei der Einfahrt in die Tiefgarage öffnet sich automatisch das Tor, es gehen Dutzende von Lichtern an, laufen riesige Ventilatoren um ja keine Abgase in den Wohnbereich zu lassen. Gänge, Treppen, Lifte und Aussenbeleuchtung funktionieren per Bewegungsmelder und auch in der Wohnung läuft ohnehin alles Bewegliche mit elektrischem Strom. Für jeden neuen Wohnblock muss der Nachweis nach unter-irdischen Parkplätzen erbracht werden. Ob auf dem Dach auch Solarenergie genutzt werden könnte, also ein Nachweis nach Nutzung erneuerbarer Energie, interessiert aber niemanden.

Das Minergie-Märchen bei Renovationen

Mit einem enormen Marketing wurde der Name Minergie zum Inbegriff der ultra-sparsamen und modernen Behausung hochstilisiert. Dass der Schein oft trügt, dass durch überdimensionierte Isolation, über Schallschutzplatten, durch pflegeleichte Wand-und Dodenbehandlungen jegliches wohn-physiologisches Empfinden verloren geht, dass im Gegensatz zu einem Biohaus aus Naturholz mit naturnaher Dämmung jegliche Diffusions-wirkung, jegliches Atmen und jegliche Regulation einer gesunden Feuchtigkeitsaustausches verunmöglicht wird, spielt offenbar keine Rolle. Die kontrollierte Lüftung (auch Zwangslüftung genannt) scheint im allseits geregelten Leben des modernen Menschen eine äusserst grosse Akzeptanz zu haben.

Zum Minergie-Wahn bei Renovationen zitiere ich aus dem Bericht des anerkannten Frauenhofer-Institutes für Bauphysik:

„..Vier Mal erwiesen die wissenschaftlich exakten Messungen, dass bestehende Häuser mit synthetischer Fassadendämmung (Materialien ohne oder ungenügender Dampfdiffusion)nicht weniger, sondern mehr Energie verbrauchen. Denn die Dämmschäume werden am Tag extrem heiss, blockieren aber das Einspeichern der Sonnenwärme ins Mauerwerk. In der Nacht kühlen sie weit unter die Lufttemperatur und den sogenannten Taupunkt ab, saugen deshalb Kondensat auf und saufen ab. Da sie wasserabweisend beschichtet sind und nur Dampf hereinlassen, das eingedrungene Wasser jedoch mangels Kapillaraktivität nicht mehr hinaus kann, werden sie zu schimmeligen, mit Algen durchsetzte Wasserfallen. Die Plastikanstriche, insbesondere solche die mit Nanopartikeln durchsetzt sind, werden in kurzer Zeit mit wasserlöslichen Giften verseucht. Zudem sind synthetische Dämmstoffe noch immer Sondermüll, von der Brandgefahr ganz zu schweigen..“ 

Soweit der Bericht. Bekanntlich ist bei Minergie die kontrollierte Lüftung mit konstanter Luftumwälzung mittels elektrisch angetriebener Ventilatoren Bedingung. Aber das Abschalten und Stromsparen bei Lüftungsanlagen wird in keiner dieser Energiespar-Broschüren erwähnt, weil die unendlich langen Belüftungsrohre zu Brutstätten von Viren verkommen, weil mit Schimmelpilz, mit Allergenen Sporen und mit kranken Wänden zu rechnen ist. Die unendlich langen und schlecht zu reinigenden Belüftungsrohre sind ohnehin mögliche Brutstätten von Viren.

Bitte unterstellen Sie mir jetzt nicht, ich sei gegen moderne Isolation. Im Gegenteil: Beim Neubau haben wir ohnehin die gesetzlichen Vorgaben und bei jeder Renovation sollen Fenster, Türen und der Abschluss im Dachstock bestmöglich erneuert und verbessert werden – aber es muss nicht immer und überall das teure Minergie-Label sein. Isolation ja! Machen wir es der Tierwelt nach und kopieren wir deren Winterpelz – mit einem warmen Pulli lässt sich die Wohntemperatur um 2-3 Grad senken (Suffizienz), was neben einem gesünderen Leben auch effektiv Energie sparen würde. Aber gerade die Tiere würden es in einem hermetisch abschliessenden, nicht atmenden, synthetischen Umhangs nicht lange aushalten.

Gute Beispiele fehlen

Der Schweizer belegt stets mehr Wohnfläche (1960 rechnete man im Durchschnitt mit 25-30m2 je Person, heute sind es 45m2 und bei Eigentumswohnungen auch mehr). Und weil sich ein Grossteil der Bevölkerung weiterhin die technischen Errungenschaften und Annehmlichkeiten leisten kann, wird sich der Energiebedarf laufend erhöhen. Eigenverantwortung (Pullis anziehen, Lichter löschen, Heizung reduzieren) wie sie im Eigenheim möglich ist, sind für den automatisierten Bürger in Grossüberbauungen kaum ein Thema.

Meine eher vorsichtigen Prognosen hinsichtlich einer weltweiten Energiewende beruhen auch auf der politisch mangelhaften Konsensfähigkeit wie wir sie bei jeder internationalen Mammutveranstaltung von Kyoto bis hin zu Rio+20 und der Doha-Runde feststellen. So lange die in Doha vertretenen 190 Länder lediglich knapp 20% des weltweiten CO2-Ausstosses repräsentieren und so lange sich die USA, China, Indien, Japan, Russland und Brasilien nicht daran teilnehmen, sind Klimakonferenzen untauglich um das Klima zu retten und wären somit als Telefonkonferenzen viel günstiger und Umweltneutraler durchzuführen. Denn wenn das einzige positive Resultat dieser Treffen die Festlegung von Ort und Datum der nächsten Veranstaltung ist, wenn zwanzigtausend angereiste Fachleute, Wissenschafter und Politiker während zweier Wochen lediglich persönliche Botschaften und politische Gefälligkeiten austauschen und sich in klimatisierten Räumlichkeiten verköstigen lassen, wird es schwierig , den Bürger zu überzeugen, freiwillig die dereinst fehlenden rund 40% Atomstrom einzusparen.

Bei einem landesweiten 2000-Watt-Unsinn müssten zumindest alle mitmachen. Auch die Bewohner von Eigenheim und Villen müssten zugestehen, sich auf 30m2 Wohnfläche (wie 1960) zu beschränken und grössere Wohnungen mit fremden Leuten zu teilen.

Zusammenfassung

  1. Der Entscheid, die AKWs stillzulegen, ist unumstösslich und richtig. Ein kulturell angesehenes Land wie die Schweiz kann es sich nicht länger leisten, den kommenden Generationen auf zehntausend Jahre hinaus Atommüll zu hinterlassen, den zu entsorgen, weltweit ungelöst ist.
  2. Die Energie (fossile wie erneuerbare) ist heute noch zu günstig, als dass der Bürger auf freiwilliger Basis die Sparschraube anziehen wird um die dereinst fehlenden 40 Prozent Atomstrom durch Suffizienz und Effizienz einzusparen. Als Vergleich: Im Jahr 1909 kostete eine Kilowattstunde (kWh) gleich viel wie eine Arbeitsstunde, heute hingegen arbeiten wir nur noch rund 0,9 Minuten für eine Kilowattstunde zum heutigen Preis von ca. 17,5Rp.
  3. Der fehlende Atomstrom müssen wir mit einheimischer erneuerbaren Energien ersetzen und im eigenen Land mit Eigenverantwortung dezentral produzieren. Denn dank den grossen Speicherseen sind wir in der privilegierten Lage, die Stromschwankungen, die witterungsbedingt bei Sonnen- und Windenergie entstehen, auszugleichen. Mit Wasser-, Wind-, Sonne, - Holz,- Geoenergie und Biomasse sind wir in der Lage, weitestgehend Selbstversorger zu werden. In den Bergregionen haben wir eine Sonnenintensität die sich mit Spanien vergleichen lässt. Dazu aber sind die Kommunen zu ermächtigen, nebst Baulandzonen und Landwirtschaftszonen auch so genannte Energiezonen auszuscheiden.
  4. Strombezüge aus dem hohen Norden oder aus der Afrikanischen Wüste werden stets ein risikoreiches Unterfangen bleiben. Fehlende Finanzen verunmöglichen noch für viele Jahre die nötigen 4000 Kilometer an Hochspannungsleitungen.
  5. Auf der politischen Ebene müssen nun überzeugende und auf viele Jahre hinaus gültige Rahmenbedingungen und vereinfachte Bewilligungsverfahren geschaffen werden, damit unsere Energie-Grosskonzerne sich nicht im Ausland an Kohle- und Wind-Projekten beteiligen, sondern ihr Geld in der Schweiz investieren. Mit diesen immensen Beträgen liesse sich das sozial ehrlichste Lenkungssystem, die Smart-Grids, oder die Smart-Metering-Stromzähler flächendeckend einführen, wodurch das attraktivste, sozial ehrlichste und effizienteste Sparsystem entstehen wird.
  6. Wir müssen unser Wissen für stromsparenden Entwicklungen und Erfindungen einsetzen die wir weltweit vermarkten können und mit welchen wir der Weltbevölkerung, aber auch dem Weltklima weit besser dienen, als durch politisch erzwungene Verbote von Glühlampen.