Banner SGM 1138x250

Unsere Zukunft hängt von der Energie ab

Arnold Locher / Bild: Redaktion AZ-Limmattaler Zeitung Dietikon


Lebewesen, Tiere und Pflanzen, – ja die gesamte Schöpfung lebt dank Energie. Denn Energie ist Kraft und ohne Kraft kann es kein Leben geben. Das ist eine nicht zu widerlegende Tatsache! Die Frage ist, mittels welchen Energien wir Lebenskraft gewinnen wollen. Bei Mensch und Tier ist die Antwort einfach: Gesunde Nahrung und sauberes Wasser

Bei der Kraft, die wir anderseits für den Fortbestand unserer technischen Welt, für den immensen Bewegungsapparat unserer Wirtschaft einsetzen wollen, ist die Antwort bereits sehr viel komplexer, weil es stets auch eine Frage des Geldes ist, welches man für Bewegung von Gütern zu bezahlen gewillt ist.
Und genau hier liegt das Problem unserer Zeit. Wir denken im Hier und Jetzt und blenden die Folgeschäden für unser Tun einfach aus. Mit Reflexen und Ansichten wie „Zeit ist Geld“ , „nice to have“, „Geiz ist geil“, mit „Outsourcing“ oder „just-in-time“ frönt das moderne Management einer energetisch völlig untauglichen Globalisierung. Wir verbrennen billiges Erdöl - 85 Millionen Fass à 159lt.pro Tag – verpesten mit Heizung und Motoren mit meist miserablem Wirkungsgrad die Natur, ohne daran zu denken, dass Erdöl, Gas, Kohle und Uran – allesamt nicht erneuerbare Energien sind und dereinst aufgebraucht und nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Die Reproduktion von Erdöl, also das Ersetzen der von uns innert rund 150 Jahren verbrauchten Quanten, wird an die 500 Millionen Jahre benötigen. Dass bei der Atomenergie noch ein weit schwerwiegenderes Problem besteht, nämlich der AtomMüll, welcher noch in zehntausend Jahren radioaktives Verderben produziert, wurde ebenfalls bis vor wenigen Jahren von den zuständigen Produzenten und Regierungen völlig ausser Acht gelassen. Heute wird zumindest akzeptiert, dass wir uns an der Natur versündigt haben, weshalb das Umdenken auf den Konsum der „Erneuerbaren Energien“ auch erst jetzt langsam an Bedeutung gewinnt.

Ich habe die Zeit und ich nehme mir auch die Zeit mit jungen Menschen über die Energiewende zu sprechen. Immerhin sind die heutigen Schüler die kommenden Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. Dabei mache ich die eindeutige Erfahrung, dass die Vertreter der kommenden Generation ganz eindeutig und fast unisono den erneuerbaren Energien positiv gegenüber stehen, anderseits aber keinesfalls gewillt sind, die bei Abschaltung der AKWs entstehende Stromlücke mittels Energiesparens zu kompensieren. Der IT-Bereich, die Mobilität, die Weltoffenheit und das Konsumieren ist diesen jungen Leuten Lebensqualität per se. Das müssen nun endlich auch die Umweltfanatiker, die Neinsager und Neider einsehen!
Die ganze Welt bewundert uns Schweizer wegen des hohen Lebensstandards. Die Zuwanderer kommen nicht in die Schweiz um Energie zu sparen sondern wegen der freien Marktwirtschaft, der guten Löhne, des geordneten Lebens und des ungezwungenen Zusammenlebens in unseren geordneten Strukturen. Wollen wir nun auf diesen weltweit einzigartigen Fortschritt verzichten und den Rückwärtsgang einschalten? Wollen wir uns tatsächlich wieder an winterliche Eisblumen an den Stubenfenstern erfreuen oder nicht doch besser die erneuerbaren Energien fördern, für die wir in unserem Lande riesige ungenutzte Möglichkeiten haben?
Wer stört sich eigentlich an eleganten, majestätisch wirkenden Windmühlen oder an mit PV-Modulen beplankten Fassaden? Sind es nicht immer wieder diese verknöcherten, sturen Umwelt-Aktivisten die uns bevormunden wollen und uns vorschreiben, was schön ist resp. was nach deren Ansichten nicht in die Landschaft passt – aber auf Strom aus der Steckdose letztlich auch nicht verzichten wollen.

Ein ebenso klägliches und peinliches Kapitel betrifft die vielen „Windfahnen-Politiker“ die unser Parlament bevölkern. Noch vor der Japan-Katastrophe gab es eine satte Mehrheit an Befürwortern von Atomenergie. Dann, kurz nach dem GAU in Fukushima und nur wenige Monate vor den Parlamentswahlen, wurden sie alle zu Verfechtern der Erneuerbaren Energien und dem Atomausstieg per 2030! Dann kommt im Frühjahr 2012 unangemeldet das drohende Aus für Mühleberg und Beznau welches viele dieser Windfahnen ins Dilemma stürzt, denn keine Partei will die drohende Stromlücke von 30% verantworten. Männiglich weiss, dass neue AKWs unmöglich sind, dass Gaskraftwerke mit ihrem CO2-Ausstoss wenig Sympathie ernten und mit Gas aus politisch fragwürdigen Ländern kaum Wählerstimmen zu machen sind. So verbleiben die Erneuerbaren Energien, die aber durch Unmengen an Einsprachen, an amtlicher Bewilligungswillkür und an einer unsäglichen Verhinderungspraxis von Seiten selbsternannter Fundamentalisten nicht vom Fleck kommen.

Energiewende:

Helfen Sie mit, dass wir zumindest in unserem Land mit dem Ausbau der Wasserkraft, der Sonnen- Wind- und Holzenergie, mit Biomasse und Geothermie zu energetischen Selbstversorgern werden! Gemeinsam müssen wir das Ziel anstreben, möglichst geringe Mengen an fossilen und somit an nicht erneuerbaren Energien bei Despoten und in politisch unsicheren Ländern kaufen und erbetteln zu müssen, in Ländern, die uns jederzeit und bei geringsten religiösen Unstimmigkeiten auch erpressen können. Nur schon der Rückbau der 5 schweizerischen AKWs wird mit über 20 Milliarden prognostiziert, nicht eingerechnet die Lagerung der Altlasten (AtomMüll) von rund zehntausend Jahren. Stellen Sie sich die Zahl von 10‘000 Jahren als die 5-fache Zeit seit Christi Geburt bis heute vor. Deshalb kann man schon heute von einer horrenden Preissteigerung bei der Elektrizität ausgehen, womit auch klar wird, dass die erneuerbaren Energien (Wasser,Sonne,Wind,Holz,Biomasse) bereits in wenigen Jahren preisgünstigeren Strom produzieren werden als der heutige Atomstrom. Hier denke ich insbesondere an die Immobilienbesitzer, die den eigenen Strom vom eigenen Dach für den eigenen Betrieb einsetzen können.

Unter dem Titel: „Nicht Solarstrom ist teuer – nein - kein Strom ist teuer“ ist das Wissen um Zahlen und Fakten wichtig.

So sind lautstarke Titel wie „Stromkonsum im 2011 um 2% tiefer“ kritisch zu hinterfragen, denn im überaus warmen 2011 wurden 18% weniger Heizgradtage gemessen was eine klimabedingte Abnahme bedeutet und nicht auf Sparmassnahmen basiert. Beim Sparen als Folge eines bewussten Konsumverzichts sind Zweifel angesagt. Denn solange die Autoverkäufer Rekordergebnisse verzeichnen, solange die IT-Branche Höchstumsätze bejubelt, solange der private Konsum jährlich noch steigert, die Bevölkerung der Schweiz bald die 8 Millionengrenze erreicht und dabei der Bedarf an Wohnfläche von 35m2 im Jahr 1990 auf heute 48m2 sich ständig erhöht, solange das Wohl des Menschen nur im Wirtschaftswachstum gesehen wird, mit mehr Verkehr, mehr Zuwachs, mehr Umweltbelastung, mehr Stress – solange kann doch wahrlich noch nicht von einem gesellschaftstauglichen Sparen gesprochen werden.
Nach wie vor ist das Erdöl die tragende Säule der Energieversorgung – rund 30% des Gesamtkonsums geht auf Erdöltreibstoffe (Benzin) 30% auf Erdölbrennstoffe (Heizöl), 10% auf Elektrisch, 10% auf Gas und rund 10% auf Holz, Fernwärme, Abfälle.
Der Energiekonsum verteilt sich in groben Zahlen auf 30%Verkehr, 30% Industrie und Dienstleistungssektor und ca. 30% auf Privathaushalt.
Im Privatbereich liegt der Anteil des Energieverbrauchs bei rund 60-70% für Heizung, ca. 15% für Warmwasser, ca. 15% für Kochen, Gefrieren, Kühlen, und nur rund 10-15% für die Beleuchtung und den IT-Bereich. (Genaue Zahlen auf www.bfe.admin.ch.themen (energiestatistik)

Wer diese Zahlen richtig interpretiert und mit den Aktivitäten zur Förderung der E-Mobilität, des ÖVerkehrs, der Verbreitung der Wärmepumpen (Klima) ergänzt, muss realisieren, dass der Stromverbrauch der kommenden Jahre exponentiell ansteigen wird. Und wenn nun noch der Rückbau der bestehenden AKWs mit einbezogen wird, dann gibt es nur 2 Möglichkeiten: entweder horrende Zukäufe von im Ausland produzierten Stroms (z.B. AKW-Strom, Wind-oder Kohlestrom) oder aber rigorose Förderung der inländischen Stromproduktion mittels Erneuerung und Ausbau der Wasserkraft, mittels Sonnen- und Windkraft, Holzvergasung, Bio-und Geoenergie und – ganz wichtig – der Abschaffung der Bewilligungsbürokratie und Stopp der Verhinderungstaktik der Umweltverbände.

Was sind „erneuerbare Energien“ ?

Zum Beispiel die unendliche thermische Kraft der Sonne, – sie scheint auf die Erde und erwärmt diese seit Jahrmillionen – und auch wenn wir sie täglich nutzen, schmälern wir weder ihre Kraft noch verbrauchen wir Reserven die den kommenden Generationen fehlen werden, wie dies bei Erdöl, Gas, Kohle oder Uran der Fall ist. Auch die Wasserkraft ist eine erneuerbare Energie, – denn ob nun das Wasser des Bergbaches direkt ins Tal fliesst oder zwischendurch noch eine Turbine betreibt und sauberen Strom erzeugt, ändert weder die Wasserqualität noch das Quantum, Farbe oder Geruch, und bei jedem Regen gibt es wieder neues Wasser – deshalb erneuerbar. Holz wächst nach und ist CO2 neutral, d.h. ob das Holz im Wald verrottet oder nutzbringend im Ofen verbrannt, es entstehen dieselben Abgase. Der Wind weht mit oder ohne Nutzung durch Windturbinen, er weht seit Beginn der Schöpfung und bei jeder klimatischen Wetteränderung (Hoch/Tief) entstehen wieder neue Luftbewegungen.
Zudem stehen die Erneuerbaren Energien in unserem Land in grossen Mengen zur Verfügung. Die Nutzung ist in jeder Hinsicht rentabel, da die Verarbeitung hierzulande Arbeitsplätze schafft, der erzeugte Mehrwert und das Geld für die Investitionen im Lande bleibt, und die kurzen Transportwege klimaschonend und sicher sind. Die dezentrale Nutzung der erneuerbaren Energien ist in jedem Fall das Konzept der Zukunft.